Odilon Redon

Odilon Redon (eigentlich Bertrand-Jean (Odilon) Redon) wurde 1840 in Bordeaux geboren. Er wuchs bei seinem Onkel auf dem Weingut der Familie in Peyrelabade im Médoc auf. Dieser Ort hatte großen Einfluss auf sein künstlerisches Schaffen.

Odilon Redon | Brunhild (auch bekannt als Wallküre) | Privatbesitz

Die Anfänge

1851 Besuch der Schule in Bordeaux, ab 1855 erhielt er Zeichenunterricht. Sein Lehrer Stanislas Gorin ermutigte ihn, die Werke Eugène Delacroix‘ im Museum von Bordeaux zu kopieren. 1860-61 beteiligte sich Odilon Redon mit einigen Landschafts-Aquarellen an der Ausstellung der Kunstfreunde von Bordeaux. 1862 entstand „Roland à Roncevaux“ (hier abgebildet), eines der bekanntesten Werke des Künstlers.

Odilon Redon | Der Gipfel, 1894 | Van Gogh Museum Amsterdam

Odilon Redon – Kriegszeit und Privatleben

1870/71 nahm er als einfacher Soldat an den Schlachten an der Loire teil. Nach dem Krieg Übersiedlung nach Paris, wo er sich am Montmartre niederließ. 1880 Heirat mit Camille Falte, die bald für ihn Kontakte zur Presse und zu Kunsthändlern knüpfte. 1884 leitete Redon die Gründung der „Société des Indépendants“. 1886 wurde sein Sohn Jean geboren, der jedoch im Herbst desselben Jahres starb. Redon verfiel daraufhin in tiefe Melancholie.

Ausstellungen und die Gruppe der Nabis

Gemeinsam mit Paul Gauguin beteiligte er sich an einer Ausstellung der Gruppe „Les XX“ in Brüssel. 1888 entstand die erste Folge von Lithographien mit dem Titel „Die Versuchung des Heiligen Antonius“ nach Flaubert. Der komplette Zyklus umfasst 42 Lithographien in drei Bänden.

Odilon Redon | Der Grüne Reiter, 1905 | Privatbesitz

Inspiriert von den Werken Gauguins und Redons gründete sich 1888 die Gruppe der Nabis um Paul Sérusier, der auch Pierre Bonnard, Félix Vallotton und Edouard Vuillard angehörten. 1889 wurde Odilon Redon durch Maurice Denis in die Gruppe eingeführt.

Odilon Redon | Roland à Roncevaux, 1868/69 | Musée des Beaux-Arts de Bordeaux

Nachdem Paul Gauguin nach Tahiti abgereist war, wurde Odilon Redon zum Mittelpunkt der jungen Maler der Avantgarde. 1899 Ausstellung in der Pariser Galerie Durand-Ruel, 1904 wurde ihm ein ganzer Saal auf der Herbstausstellung im Petit Palais gewidmet, gezeigt wurden 62 Werke des Künstlers. 1909 erwarb Redon ein Haus in Bièvres, einem südwestlichen Vorort von Paris. 1913 fand die erste Ausstellung seiner Werke auf dem amerikanischen Kontinent in New York, Chicago und Boston statt. Am 16. Juli 1916 verstarb der Künstler in Paris.

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