Paul Leyhausen – Der Katzenforscher

Der Ethologe Prof. Dr. Paul Leyhausen wurde am 10.11.1916 in Bonn geboren. Nach dem Arbeits- und Wehrdienst nahm er 1939 sein Studium an der Universität Bonn in den Fächern Zoologie, Botanik, Chemie und Geologie auf.

Der Katzenforscher Paul Leyhausen | Danny Effenberger / pixelio.de

Paul Leyhausen interessierte sich für die Tierpsychologie, und so wechselte er 1941 an die Universität Königsberg, um dort für kurze Zeit bei Konrad Lorenz (1903-1989), dem Gründervater der Tierpsychologie zu studieren. 1942 wurde Leyhausen zum Kriegsdienst (überwiegend in Afrika) einberufen. 1947 nach Kriegsgefangenschaft Rückkehr nach Deutschland.

Paul Leyhausen

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1948 nahm er sein Studium an der Universität Freiburg im Breisgau wieder auf, und im August promovierte er. 1951-52 erhielt Leyhausen einen Lehrauftrag für Tierpsychologie am Psychologischen Institut der Universität Bonn. 1953-58 arbeitete er in Göttingen als Referent für Biologie am Institut für den Wissenschaftlichen Film. Leyhausen war Mitbegründer der Encyclopaedia Cinematographica. In über 100 wissenschaftlichen Filmen wurden u. a. die komplexen Bewegungsabläufe Beute fangender Katzen gefilmt. Leyhausen entdeckte dabei die drei Arten des „Beutespiels”: das gehemmte Spiel, das Stauungsspiel und das Erleichterungsspiel.

1958 erhielt Leyhausen eine Assistentenstelle am Max-Planck-Institut für Verhaltensphysiologie. In den folgenden Jahren baute er in Wuppertal eine zu dieser Abteilung gehörige Arbeitsgruppe mit eigenem Gebäude auf. 1961 wird er zum Leiter dieser Gruppe ernannt und konnte nun nach eigenen Vorstellungen geeignete Voraussetzungen für die Haltung und Beobachtung von Feliden schaffen. Er unternahm ab 1962 zahlreiche Forschungsreisen, u. a. nach Afrika, Indien, Japan, Malaysia, Thailand und in die USA.

In über 20 Jahren des täglichen Zusammenlebens mit zahlreichen Katzenkarten (Flachkopfkatzen, Marmorkatzen, Afrikanische Goldkatzen, Bengalkatzen, Serval, Baumozelot) konnten Leyhausens umfassende und genaue Erforschungen des Verhaltensrepertoires wachsen. Er veröffentlichte zahlreiche Publikationen. Das heute bekannte Wissen über das Verhalten der meisten dieser Felidenarten geht überwiegend auf Leyhausens Wuppertaler Arbeitsgruppe zurück.

In Würdigung seiner wissenschaftlichen Leistungen wurde Leyhausen 1967 zum Honorary Research Associate der Smithsonian Institution, Washington, D.C., ernannt. Seine fachliche Autorität in allen Fragen, die Katzen, Hauskatzen oder wildlebende Feliden betrafen, war beeindruckend. Der Wissenschaftler leitete das Wuppertaler Institut bis zu seiner Pensionierung, 1981. Prof. Dr. Paul Leyhausen starb am 14. Mai 1998.

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