Vom Tierquäler zum Gewalttäter

Vom Tierquäler zum Gewalttäter ist es nur ein kleiner Schritt. Gewalttaten an Tieren können ein erstes Anzeichen für eine gefährliche Persönlichkeitsstörung sein, die sich nicht allein auf Tiere beschränkt. Zahlreiche amerikanische Studien belegen, dass Gewalttaten an Tieren unsere ganze Aufmerksamkeit verlangen!

Tierquälerei durch Kinder und Jugendliche

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“Eines der gefährlichsten Dinge, die einem Kind passieren können, ist, ein Tier zu töten oder zu quälen und dann einfach so davon zu kommen” (Margaret Mead (1901-1978), amerikanische Anthropologin und Ethnologin).

Tierquälerei wurde und wird immer noch von Eltern, Schulen und Gerichten allzu oft als Kinderstreich angesehen, doch damit ignoriert man eine tickende Zeitbombe.

Oft haben Kinder, die an Schulmassakern beteiligt waren, zuerst an Tieren „geübt“. Drei 14-jährige Jungen, die Ende 1999 in Metten den Mord an zwei Lehrerinnen begingen, hatten Tieren mit Messern die Augen ausgestochen und ihnen anschließend den Kopf abgetrennt. Der 16-jährige Luke Woodham, erschoss 1997 zwei Klassenkameraden und verletzte sieben weitere, nachdem er seine Mutter erstochen hatte. Sein Tagebuch brachte zutage, dass er seinen Hund geschlagen, verbrannt und gequält hatte, bis er starb.

Die meisten Tierquäler fangen klein an. Zunächst reißen sie Spinnen die Beine aus oder blasen Frösche auf und beobachten genüsslich das langsame Sterben des Tieres. Wenn hier niemand einschreitet, werden die Quälereien sadistischer und die gequälten Tiere größer. Katzen werden angezündet, ertränkt, gegen die Wand geworfen, Hunde werden getreten oder Vögeln wird der Kopf abgerissen.
Ein Serien-Sexualmörder ist in seiner Jugend meist durch Tierquälerei und Grausamkeit gegen Kinder aufgefallen.

Ein Beispiel dafür ist eine grausame Tat, die eine 16jährige Jugendliche in Österreich verübt hat. Das Mädchen hat auf unvorstellbar brutale Weise ihre Gewaltphantasien an ihrem Hund ausgelebt. Sie stülpte dem Hund einen aufgeschnittenen Socken mit Chilipulver übers Maul, danach steckte sie ein Staubsaugerrohr ins Maul, über das sie eine halbe Flasche Essig in seinen Magen schüttete. Anschließend übergoss sie den Hund mit Essig, trat ihn, verschnürte ihn in einem Plastiksack, zündete diesen an und verschloss ihn in einem Kasten. Nach der grausamen Tortur musste der Hund eingeschläfert werden. Als Begründung für ihre Tat gab sie an, es habe sie geärgert, dass der Hund so nett gewesen sei. Kurz der Einweisung in eine psychiatrische Anstalt versuchte sie, einen 7-jährigen Jungen zu töten.

Tierquälerei und häusliche Gewalt

Da häusliche Gewalt sich gegen Wehrlose richtet, gehen Tiermissbrauch und Kindesmissbrauch oft Hand in Hand. Eltern, die Tiere vernachlässigen, quälen oder missbrauchen, können ebenfalls ihre eigenen Kinder missbrauchen oder vernachlässigen. In 88 % von 57 Familien in New Jersey konnte neben dem Kindesmissbrauch auch der Missbrauch an Haustieren nachgewiesen werden.

Das Haustier ist oft das erste Ziel eines Schlägers, das zweite dann die Ehefrau oder das Kind. Oftmals sind solche Schläger fähig, ihre Opfer zu kontrollieren, etwa eine Ehefrau, indem sie die Tiere ihrer Opfer bedrohen, quälen und/oder töten. Tiere werden für Schläger zu einem Werkzeug, um ihre Macht zu bestätigen. Gewalt in der Familie ist ein Nährboden für kindliche Grausamkeiten an Tieren.
Lesen Sie hierzu den Beitrag:
Die engen Zusammenhänge zwischen dem Missbrauch von Tieren und häuslicher Gewalt

Tierquälerei und gewalttätige Kriminalität

1999 zeigte eine kanadische Studie an 63 Verdächtigen, die der Tierquälerei – von extremer Vernachlässigung bis zu absichtlicher Tötung – beschuldigt worden waren, dass 78 % von ihnen auch wegen Verstößen angeklagt waren, die mit Gewalt oder der Androhung von Gewalt gegen Menschen zu tun hatten. Eine Studie von 1997 brachte zutage, dass 46 % der Straftäter, die wegen sexuellen Totschlags verurteilt worden waren, vorher Gewalttaten an Tieren verübt hatten. Eine Untersuchung von Psychiatrie-Patienten, die wiederholt Hunde und Katzen gequält hatten, ergab, dass alle auch gegen Menschen ein hohes Maß an Aggressionen hegten.

Anfang der siebziger Jahre war der Amerikaner Robert Ressler einer der ersten Profiler des FBI. Einer seiner Schüler war der österreichische Kriminalpsychologe Dr. Thomas Müller.
Robert Ressler hat in seiner Laufbahn als FBI-Agent (1970-1990) und später als privater Kriminologe hunderte Mörder interviewt und Parallelen entdeckt. „Mörder… fangen oft damit an, als Kinder Tiere umzubringen und zu quälen… Das sind genau die Kinder, die nie gelernt haben, dass es Unrecht ist, einem kleinen Hund die Augen auszustechen“ (Robert Ressler)

Der Tatbestand der Tierquälerei ist ein alarmierendes Warnsymptom in der Entwicklung gewalttätiger Kriminalität

Zahlreiche Mörder und sadistische Serienkiller quälten vor und während ihrer gewalttätigen Laufbahn Tiere. Notorische Mörder haben ihre „Karriere“ oft als Tierquäler begonnen.

Tierquäler machen eine Steigerung durch, und wenn große Tiere gequält werden, muss man genau hinschauen. Wenn man ein verstümmeltes Pferd findet, ist das oft ein Hinweis darauf, dass der Täter schon eine lange Karriere als Tierquäler hinter sich hat (Zitat Dr. Alexandra Stupperich, Forensiche Wissenschaftlerin am Klinikum Regensburg, in einem Interview mit 3Sat).

Wer anderen Lebewesen Leiden zufügt, ist selbst Opfer von Gewalt und eine große Gefahr besteht, als Erwachsener gewalttätig zu werden. „Die Verbindung zwischen Tiermissbrauch und noch gewalttätigerem Verhalten ist klar erkennbar. Die zerstückelten Überreste von Hunden und Katzen könnten morgen schon die Überreste von Kindern sein.“ (Zitat Terry Farmer, Bezirksstaatsanwalt des Humboldt County, USA)

Hier einige Beispiele (die Fälle nehmen rasant zu)

Luka Rocco Magnotta
Der Kanadier Luka Rocco Magnotta (29 Jahre alt) tötete in der Nacht vom 25. Mai 2012 einen chinesischen Studenten mit einem Eispickel. Er zerteilte sein Opfer, aß dessen Fleisch und verschickte die Körperteile mit der Post an Regierungsparteien. Die scheußliche Tat hatte er gefilmt und ins Netz gestellt. Er soll mit seinem Opfer eine sexuelle Beziehung gehabt haben. Magnotta arbeitete zeitweise als Pornodarsteller und Callboy. Er trat auch unter den Namen Eric Clinton Newman und Vladimir Romanov auf. Am 05.06.2012 konnte er in Berlin in einem Internetcafe geschnappt werden.
Magnottas mörderische „Karriere“ begann als Tierquäler. Er scheint ein Faible für ‘Snuff-Movies’ zu haben, denn im Dezember 2010 lud er ein Video ins Netz, auf dem zu sehen ist, wie er zwei Katzenbabys langsam und fast genüsslich in einer Tüte erstickt, begleitet von Weihnachtsmusik. Eine Facebook-Gemeinde und große Tierschutzorganisationen machten daraufhin Jagd auf den „Kitten vacuumer“. Ein Jahr später tauchte ein zweites Video auf, indem eine Python ein Katzenbaby verschlingt und darauf ein drittes Video, in dem eine an einem Besenstiel gefesselte Katze in einer Badewanne ertränkt wurde.

Jeffrey Dahmer (1960-1994) tötete 17 Jungen auf bestialische Weise. Nach eigenen Aussagen hatte er seit seinem 14. Lebensjahr Tötungsvisionen. Er lebte als Einzelgänger in seiner Traumwelt, und seine größte Freude war das Leid anderer Kreaturen, er hat Tieren den Leib aufgeschnitten und sie zerstückelt.

Peter Kürten (1883-1931) – auch „Der Vampir von Düsseldorf“ genannt, war ein Serienmörder und Brandstifter. Er ertränkte im Alter von 5 Jahren zwei kleine Hunde in einem Bach. Im Alter von 16 Jahren beging er seinen ersten Mord an einem 10jährigen Mädchen. Seine Opfer waren junge Frauen, denen er die Kehle durch schnitt. Bei seiner Verhaftung konnten ihm 9 Morde, 9 versuchte Morde und 24 Brandstiftungen nachgewiesen werden.

Christina Laverne Falling (*1963) ist eine amerikanische Serienmörderin, als sie zur Welt kam war ihr Vater 65 und ihre Mutter 16 Jahre alt. Falling wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf, sie war geistig zurückgeblieben und verbrachte ihre Kindheit und Jugend nach der Scheidung ihrer Eltern in verschiedenen Waisenhäusern. Falling begann schon früh, Kleintiere zu töten, insbesondere Katzen. Bevorzugt testete sie die „neun Leben“ der Katzen und ließ sie aus großer Höhe in die Tiefe fallen. Ihren ersten Mord beging sie 1980 an einem zweijährigen Mädchen. Es folgten weitere Morde an Kleinkindern, die sie als Babysitter beaufsichtigte.

Henry Lee Lucas (1936-2001) war ein amerikanischer Serienmörder, der durch seine falschen Geständnisse in der Öffentlichkeit viel Aufsehen erregte, Lucas gab an, in 27 US-Bundesstaaten gemordet zu haben. Er wuchs in chaotischen Verhältnissen auf, als Jugendlicher hatte er Sex mit Tieren, die er danach tötete. Der Mord an seiner Mutter und zwei weitere Morde konnten ihm definitiv nachgewiesen werden.

Edmund Emil Kemper (*1948) ist ein amerikanischer Serienmörder. Kemper wurde wegen achtfachen Mordes zu einer lebenslangen Haft verurteilt. Seine Opfer waren junge Frauen, die er erdrosselte und sich post mortem an den Leichen verging und sie anschließend zerstückelte. 1973 tötete er seine Mutter und deren Freundin, anschließend stellte er sich. Er wuchs in chaotischen Verhältnissen auf, schon als Kind machte man ihn für den Alkoholkonsum seiner Mutter verantwortlich. Der 10jährige lebte in einem Kellerraum, dort gab er sich seinen Gewalt- und Sexphantasien hin. Er verscharrte die Katze seiner Mutter, grub sie dann tot wieder aus, köpfte sie und behielt den Kopf als Trophäe. Auch die zweite Katze zerstückelte er und versteckte ihre Teile im Schrank. Zeitweise lebte er auf der Farm seiner Großeltern, als die Großmutter ihm verbot, auf Wildtiere zu schießen, töte er seine Großeltern.

Tierquäler im deutschsprachigen Raum

Im August 2009 wurde in Zell am Ziller bekannt, dass zwei 17-Jähige im Frühjahr 2007 einer Katze die Pfoten abgehackt, sie an ein Brett genagelt und anschließend in den Ziller geworfen haben. Den Jugendlichen wurde zum Verhängnis, dass sie die grausame Tat gefilmt haben. Auf dem PC der Verdächtigen fanden die Ermittler Videos der Tat und weitere brisante Clips.

Im November 2009 wurden in Füssen/Kempten mehrere Katzen mit abgehackten Köpfen und Schwänzen aufgefunden. Eine betroffene Katzenhalterin traute ihren Augen nicht, als ihre Katze eine blutige Spur hinter sich her zog und anstelle des Schwanzes nur noch rohes blutiges Fleisch zu sehen war.

Täglich ereignen sich neue Grausamkeiten, die Liste der Tierquälereien ist lang.

Tierquäler leben oft in unmittelbarer Nachbarschaft, und es wird Zeit, dass Mitwisser ihr Schweigen brechen und bereit sind, Tierquälereien anzuzeigen. Wenn Sie einen Verdacht hegen, zögern Sie bitte nicht, die Polizei oder eine Tierschutzorganisation einzuschalten. Tierquälerei ist ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz und muss hart bestraft werden.

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