Die Tötungspraktiken der Hobbyjäger
Das brutale, Tierverachtende “Abwürgenlassen” von Hauskatzen, Füchsen und anderem Raubwild durch Jagdhunde findet, unbemerkt von der Öffentlichkeit, nach wie vor, alljährlich tausendfach in deutschen Jagdrevieren statt.
Der Jagdgebrauchshundverband e.V. (JGHV) bietet dazu sogar eine Ergänzungsprüfung an, um bewährte Totwürger besonders hervorzuheben und nachzuweisen. Eine solch grausame Tötungsmethode ist zutiefst inhuman und steht im krassen Gegensatz zum Bild der Tiere als Mit-Geschöpfe. Um das undurchschaubare System der Härtenachweise transparenter zu machen und um die Bevölkerung zu sensibilisieren, hat der Verein NATUR OHNE JAGD e.V. das Thema aufgearbeitet.
Neben dem Totschießen werden Wildtiere und Raubzeug heute noch in Fallen gefangen, mit Saufedern zu Tode gestochen oder von den Jagdhunden zu Tode gewürgt (= Totwürgen). Letztere Tötungsart wird bevorzugt im Rahmen des Jagdschutzes auf so genannte wildernde Hauskatzen angewendet.
Der Jagdgebrauchshundeverband e.V. (JGHV) stellt so genannte Raubzeugwürger besonders heraus und bietet dazu so genannte “Härtenachweise” an. Der kurze und für Nicht-Jäger nichts sagende und verharmlosende Begriff “Härtenachweis” verschleiert vor allem den Tierschützern die Brisanz dieser Prüfung und muss deshalb misstrauisch machen. Eine klare Begriffsbestimmung tut not.
Der vom JGHV festgelegte Begriff “Härtenachweis” beschränkt sich in seiner allgemeinen Wortbedeutung auf die Bezeichnung für die schriftliche Bescheinigung des schnellen und gekonnten Totwürgens eines wehrhaften Tieres durch einen Jagdhund in der durch JGHV-Richtlinien festgelegten Form. Entschlüsselnd steht “Härtenachweis” für “Totwürgnachweis”.
Der grausame Ablauf des Totwürgens
Zum Fangen und Töten der Beute sind Hunde maulorientiert. Sie fangen und töten die Beute mit ihren Kiefern (= “Fängen”). Da Hunde keinen Tötungsbiss haben, tritt beim Totwürgen kein Sofort- oder Augenblickstod ein. Der Zeitpunkt vom Würgen bis zum Eintritt des Todes ist damit oft recht lang. Der Hund presst den Atemweg oder Brustkorb seines Opfers auf mechanische Weise mit dem Gebiss zusammen und es kommt zu langsamer Erstickung (Atem- und Herzstillstand; Genickbruch).
Je nach Größe und Stärke des Opfers und Kraft des Hundes, durch Belastung ermüdet, werden oft Pausen eingelegt. Hierdurch wird jedoch der Erstickungskampf des Opfers wieder forciert, da es sich etwas erholen kann und danach im Rahmen des natürlichen Überlebenskampfes alle noch verbliebenen Kräfte mobilisiert. Zur Intensivierung der Tötung schütteln viele Hunde das Opfer kräftig.
Das Tötungsgeschick von Jagdhunden ist davon abhängig, wie erfahren der Hund ist (= Tötungspraxis) und wie stark sich das Opfer zu wehren weiß.
Das “Verfolger-Abwehr-Verhalten” von Katzen oder Füchsen pp. besteht darin, Feinde rechtzeitig zu erkennen, um sich durch Verstecken oder Flucht zu retten. In höchster Not und bei starker Erregung beißen sie oder schlagen mit den Krallen. In ihrer Todesangst können die Opfer zu gefährlichen Gegnern für den Hund werden. Es wird oft ein Kampf Zähne gegen Zähne. Der Hund versucht, das Opfer zu packen und abzuwürgen. Das Opfer seinerseits wehrt sich. Hierbei kommt es zu Pranten- und Laufverletzungen aber auch zu Kieferbrüchen, wenn sich die Tiere ineinander verbissen haben. Der Kampf kann Minuten aber auch Stunden dauern, sofern der Jäger nicht eingreift.
In manchen Fällen schreien die Katzen vor dem Tod noch vor Angst und Schmerzen und es kommt zu Angst-Harnen und Angst-Koten.
Die so genannten “Kampfverletzungen” beim Jagdhund, angeblich der beste Weidkamerad des Jägers, konzentrieren sich auf die empfindlichen Körperregionen Kopf, Hals und Läufe. Im glimpflichen Fall sind es nur geringe, aber schmerzhafte Haut- und Muskelverletzungen.
Diese umfassende Schilderung macht deutlich, wie grausam und ohne Rücksicht auf Schmerzen und Leiden von Mitgeschöpfen (Hund wie Opfer) solche “Jäger” eine längst überholte Tötungsmethode praktizieren
© NATUR OHNE JAGD e.V.
Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung von Herrn Rudolf Pohlenz
Weitere umfangreiche Infos über die Hobbyjagd finden Sie auf folgenden Seiten:
Natur ohne Jagd e.V.
Tatort Wald
Wussten Sie, dass allein Hessens Jäger im Jagdjahr 2007/2008 1.326 Katzen und 11 Hunde töteten?
Bad Vilbel Online berichtet darüber in einem Beitrag vom 03.12.08. Der Bund gegen Missbrauch der Tiere e. V. (bmt) verurteilt den Abschuss von Haustieren durch Jäger aufs Schärfste und fordert ein Verbot des Haustierabschusses.
Tags: Jagd, Tierleid
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